Der neue Mitsubishi Pajero der fünften Generation gegen den Land Cruiser: was bekannt ist und wer vorne liegt

Der neue Pajero ist ein siebensitziger Leiterrahmen-Geländewagen auf dem Chassis des Pick-ups Triton, mit 2.4-Diesel (204 PS, 480 Nm), 8-Gang-Automatik und Super Select 4WD-II. Mitsubishi zielt direkt auf den Toyota Land Cruiser 250 — und trifft auf dem Papier fast: gleiche Abmessungen, mehr Bodenfreiheit, 5–8 % niedrigerer Preis, eine dritte Reihe, die auch Erwachsene aushalten. Der Land Cruiser hält mit mehr Drehmoment, permanentem Allrad, dem bewährten 2.8-Diesel und einem Wiederverkaufswert dagegen, an dem niemand rüttelt. Und ein Argument hat nur er: Nach Deutschland kommt der Pajero nach heutigem Stand nicht.

Der neue Mitsubishi Pajero der fünften Generation auf einer Vorführrampe bei der Weltpremiere in Tokio, September 2026
Weltpremiere in Tokio am 2. September 2026: Der neue Pajero klettert auf die Vorführrampe. Unter der Karosserie steckt ein separater Leiterrahmen vom Pick-up Triton — zum ersten Mal seit der zweiten Generation. Photo: carsales, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (resized)

Vor fünf Jahren lief der Pajero still und leise aus, und es sah nach einem Abschied für immer aus: Mitsubishi setzte auf Crossover, und die Legende mit zwölf Dakar-Siegen landete in den Listen der besten Geländewagen aller Zeiten. Im September 2026 ist der Name zurück — und zwar nicht auf einem Softroader, sondern auf einem ehrlichen Leiterrahmen-Geländewagen mit Untersetzung. Hier steht alles, was Mitsubishi offiziell über die fünfte Generation verraten hat, die ersten Preise aus Japan und Australien, der ausführliche Vergleich mit dem Land Cruiser 250, die Einordnung neben Land Cruiser 300, Ford Everest und den europäischen Alternativen — und die nüchterne Antwort auf die Frage, ob man den Pajero hierzulande überhaupt kaufen kann.

Der Pajero ist zurück: was am 2. September gezeigt wurde#

Die Weltpremiere fand am 2. September 2026 in Tokio statt. Es ist die fünfte Generation — nach den Pajeros von 1982, 1991, 1999 und 2006. Die vierte Generation lief in Japan schon 2019 aus, der Export endete 2021; seitdem lebte der Name nur im Pajero Sport weiter. Gebaut wird der neue Pajero in Thailand, und Mitsubishi hat den Marktstart nach Geschäftsjahren aufgeteilt:

  • Thailand ist der weltweit erste Markt. Laut thailändischer Presse werden die Preise am 19. Oktober genannt, dann beginnt auch der Verkauf.
  • Japan und Australien bis Ende des Geschäftsjahres 2026 (also bis März 2027). In Australien beginnen die Auslieferungen im Dezember; in Japan ist die offizielle Vorstellung für den 29. Oktober angesetzt, die Auslieferung einzelner Ausstattungen zieht sich laut japanischer Presse bis ins Frühjahr 2027.
  • Rund 100 Länder ab dem Geschäftsjahr 2027: Südostasien, Lateinamerika, Naher Osten. Europa fehlt in dieser Aufzählung.

Die wichtigste technische Entscheidung ist der separate Leiterrahmen. Die dritte und vierte Pajero-Generation hatten eine selbsttragende Karosserie mit integriertem Rahmen — komfortabel auf Asphalt, aber im harten Gelände nicht die robusteste Lösung. Der neue Pajero steht auf dem Rahmen des aktuellen Pick-ups Triton (in Europa als L200 bekannt), bekommt aber eine eigene Fünflenker-Hinterachse mit Schraubenfedern statt der Blattfedern des Pick-ups. Neu ist auch die Positionierung: Das ist das Flaggschiff der Marke, oberhalb des Pajero Sport, und die Gegner nennt Mitsubishi selbst — Toyota Land Cruiser Prado und Ford Everest. Nachfrage gibt es, zumindest in Australien: Dort lagen schon vor der Premiere mehr als 3.000 Vorbestellungen vor.

Motor, Getriebe und Allradantrieb#

Für alle Märkte gibt es einen Motor — den 2.4-Turbodiesel der Baureihe 4N16 mit einem Lader mit variabler Turbinengeometrie und AdBlue-Abgasreinigung: 204 PS (150 kW) bei 3.500/min und 480 Nm zwischen 1.750 und 2.500/min; in einzelnen Spezifikationen ist das Drehmoment auf 470 Nm begrenzt. Manche Berichte sprechen von einem „Biturbo-Diesel“ — das ist eine Verwechslung mit dem Triton, dessen Topversion desselben Motors tatsächlich zwei Lader hat. Der Pajero hat laut offiziellen Daten einen. Einen Benziner gibt es nicht, und die vor der Premiere kursierenden Gerüchte über einen Plug-in-Hybrid hat Mitsubishi nicht bestätigt.

Das Getriebe ist eine neue 8-Gang-Automatik statt der Sechsstufen-Wandler des Triton. Die ersten Tests loben sie am meisten: Bei 140 km/h dreht der Motor im achten Gang rund 2.000/min, und die Schaltvorgänge sind spürbar weicher. Der Antriebsstrang ist das hauseigene Super Select 4WD-II — der Trumpf des Pajero in jeder Generation:

  • 2H — Hinterradantrieb für trockenen Asphalt: weniger Verluste, weniger Verbrauch;
  • 4H — permanenter Allrad mit Mitteldifferenzial, auf jedem Untergrund und bei jedem Tempo;
  • 4HLc — starr gesperrte Mitte für Schlamm, Sand und Schnee;
  • 4LLc — Untersetzung mit gesperrter Mitte für schweres Gelände.

Dazu kommen eine Hinterachs-Differenzialsperre (nicht in jeder Ausstattung — dazu unten mehr), sieben Fahrprogramme (Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand, Rock) und S-AWC: ein System, das per gezieltem Bremseingriff die Antriebskraft zwischen linker und rechter Seite verteilt (Active Yaw Control) und dem Auto so beim Einlenken hilft. Der Land Cruiser hat permanenten Allrad — einen spritsparenden 2H-Modus für trockenen Asphalt kennt er nicht.

Karosserie, Geländewinkel und Innenraum#

Die Abmessungen: 4.920 × 1.925 × 1.910 mm bei 2.870 mm Radstand. Bodenfreiheit 230 mm, Böschungs-, Rampen- und Abtrittswinkel 30,4°, 22,6° und 25,8°, Gewichtsverteilung 52:48. Die australische Version Exceed wiegt leer 2.383 kg, die Anhängelast beträgt bis zu 3,5 t, der Tank fasst 80 Liter.

Der neue Mitsubishi Pajero 2026 im Profil auf der Bühne der Weltpremiere in Tokio
Die fünfte Generation im Profil: 4.920 mm lang, 2.870 mm Radstand, 230 mm Bodenfreiheit. Fast die Maße des Land Cruiser 250 — aber 55 mm schmaler, was man im Wald und in engen Spuren merkt. Photo: carsales, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (cropped and resized)

Innen gibt es drei Reihen und sieben Sitze (in Australien die Basis GLS auch als Fünfsitzer). Die zweite Reihe lässt sich verschieben, und das ist wichtiger, als es klingt: Das japanische Portal MOTA, das die Sitzpositionen vermessen hat, schreibt, dass sechs Erwachsene im Pajero gut 45 Minuten Fahrt aushalten — beim Land Cruiser drückt die feste zweite Reihe die dritte fast auf den Boden. Die Kehrseite ist der Kofferraum: Mit aufgestellter dritter Reihe ist er symbolisch, und im australischen Vergleich von carsales fällt das angegebene Ladevolumen des Pajero deutlich kleiner aus als bei Land Cruiser und Everest.

Die Ausstattung hat ein Niveau, das es bei Mitsubishi bisher nicht gab: ein durchgehendes 14,3-Zoll-Display (in den Basisversionen 12,3 Zoll), Dreizonen-Klimaautomatik, ein Yamaha-Soundsystem mit 12 Lautsprechern, acht Airbags inklusive Center-Airbag zwischen den Vordersitzen, den Abstandstempomaten mit Spurhalteassistent MI-PILOT und eine Rundumkamera mit Blick unter den Wagenboden — praktisch eine „durchsichtige Motorhaube“ fürs Gelände.

Innenraum des neuen Mitsubishi Pajero: durchgehendes 14,3-Zoll-Display, braunes Leder und Rechtslenkung der japanischen Version
Japanische Rechtslenker-Version: 14,3-Zoll-Display, darunter echte Tasten für die Klimaanlage, Rundumkameras. Alle Pajeros aus Japan, Thailand und Australien haben das Lenkrad rechts. Photo: carsales, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (resized)

Fahreindrücke gibt es bisher nur vom japanischen Testgelände in Okazaki, wo Journalisten Serienautos bekamen. Das australische CarsGuide lobt die Ruhe bei hohem Tempo, die Stabilität in Kurven für ein Auto dieses Gewichts und den „luxuriösesten Innenraum der Mitsubishi-Geschichte“ — notiert aber das Entscheidende: Dem Pajero fehlt Zug, beim Anfahren wirkt er schwerer und träger als die Konkurrenz. Gelände stand bei diesen Tests gar nicht auf dem Programm.

Preise: Japan und Australien#

In Japan gibt es laut MOTA vier Ausstattungen, alle mit Diesel, Allrad und sieben Sitzen:

Ausstattung (Japan) Preis Was wichtig ist
GLS 6.193.000 ¥ Basis, 12,3″-Display
GSR 6.765.000 ¥ Leder, 14,3″-Display, Hinterachssperre
Exceed 6.930.000 ¥ teurer als GSR, aber 12,3″ und ohne Sperre
Super Exceed 7.950.800 ¥ Vollausstattung

Preise laut dem japanischen Portal MOTA (September 2026); die offizielle Vorstellung in Japan folgt am 29. Oktober.

Achtung, Falle: In der japanischen Preisliste ist der Exceed teurer als der GSR, hat aber keine Hinterachs-Differenzialsperre — wer den Pajero fürs Gelände kauft, dem ist die Sperre wichtiger als Leder und Bildschirmgröße. Und gleichnamige Versionen sind je nach Markt unterschiedlich bestückt: In Australien ist der GSR zum Beispiel die teuerste. Entscheidend ist immer die konkrete Option, nicht der Name.

In Australien stehen die Preise fest: von 68.490 australischen Dollar für den fünfsitzigen GLS bis 84.990 für den GSR — gegenüber 73.200 bis 101.365 beim Land Cruiser. Mitsubishi gibt dort 10 Jahre oder 200.000 km Garantie (bei Wartung beim Händler) und ein Wartungsintervall von 15.000 km — der Land Cruiser muss in Australien alle 10.000 km oder halbjährlich in die Werkstatt. Für deutsche Käufer haben diese Zusagen keine Bedeutung, über das Preisverhältnis der beiden Autos sagen sie aber viel.

Pajero gegen Land Cruiser 250: die Tabelle#

Erst ein Wort zum Namen: Was in Japan „Land Cruiser 250“ und in Australien oder Russland „Prado“ heißt, verkauft Toyota in Europa einfach als Toyota Land Cruiser. In Deutschland gibt es ihn nur mit dem 2.8-Diesel (204 PS, 8-Gang-Automatik, seit Herbst 2025 als Mildhybrid), ab 82.490 Euro. Das ist das direkte Duell: Beide haben einen Leiterrahmen, sieben Sitze und sind brandneu (der 250er kam 2023), beide setzen auf einen Vierzylinder-Turbodiesel — eine Klasse, zwei frische Generationen.

Merkmal Mitsubishi Pajero (2026) Toyota Land Cruiser 250
Diesel 2.4 Turbo (4N16) 2.8 Turbo (1GD-FTV)
Leistung / Drehmoment 204 PS / 480 Nm 204 PS / 500 Nm
Getriebe 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik
Allrad Super Select: 2H / 4H / 4HLc / 4LLc permanent, Mittensperre
Länge / Breite / Höhe 4.920 / 1.925 / 1.910 mm 4.925 / 1.980 / 1.925–1.935 mm
Radstand 2.870 mm 2.850 mm
Bodenfreiheit 230 mm 210–225 mm
Leergewicht (Australien) 2.383 kg 2.530 kg
Anhängelast (Australien) 3.500 kg 3.500 kg
Tank (Australien) 80 l 110 l
Verbrauch WLTC (Japan) 12,1 km/l ≈ 8,3 l/100 km* 11,0 km/l ≈ 9,1 l/100 km
Verbrauch WLTP (EU) — 10,6–10,8 l/100 km
Preis in Japan 6,19–7,95 Mio. ¥ 5,20–7,35 Mio. ¥ (Diesel)
Preis in Australien 68.490–84.990 A$ 73.200–101.365 A$
Preis in Deutschland nicht angeboten ab 82.490 €

* Vorläufiger Wert. Der japanische WLTC lässt die Hochgeschwindigkeitsphase des europäischen WLTP weg — vergleiche ihn deshalb nur mit dem japanischen Wert des Land Cruiser, nicht mit den 10,6–10,8 l der EU-Angabe. Japanische Land-Cruiser-Preise: Startpreise von 2024. Bodenfreiheit und Höhe des Land Cruiser hängen von Markt und Reifen ab; der australische Land Cruiser ist ein 48-Volt-Mildhybrid und verbraucht nach ADR 7,6 l/100 km.

Beim Verbrauch also bitte Gleiches mit Gleichem vergleichen: Auf dem japanischen Zyklus liegt der Pajero rund 9 % unter dem Land Cruiser. Alltagsmessungen gibt es für die Mildhybrid-Version des Land Cruiser wie für den Pajero noch kaum — auch hier gilt der übliche Aufschlag von 15–30 % auf den Laborwert.

Wer wo vorne liegt: Punkt für Punkt#

Wo der Pajero stärker ist:

  • Preis. Bei vergleichbarer Ausstattung ist der Pajero in Japan wie in Australien rund 5–8 % günstiger: Der japanische Exceed kostet 6,93 Millionen Yen gegenüber 7,35 Millionen für den Diesel-Land-Cruiser ZX, die australische Basis 68.490 gegenüber 73.200 Dollar.
  • Geländewinkel und Maße. 230 mm Bodenfreiheit gegen 210–225, dazu eine um 55 mm schmalere Karosserie — auf Waldwegen und in Spurrinnen spürbar.
  • Dritte Reihe. Die verschiebbare zweite Reihe macht den Pajero zu einem echten Siebensitzer; der Land Cruiser ist ehrlich gesagt nur als Fünfsitzer bequem.
  • Antrieb auf Asphalt. Einen 2H-Modus hat der Land Cruiser nicht, und S-AWC bringt zusätzliche Stabilität auf glattem Untergrund: weniger Verbrauch in der Stadt, mehr Sicherheit im Winter.
  • Normverbrauch. Nach japanischem WLTC rund 9 % weniger — wobei der Wert des Pajero noch vorläufig ist.

Wo der Land Cruiser stärker ist:

  • Zugkraft. 500 Nm und 2,8 Liter gegen 480 Nm und 2,4 — die ersten Tests des Pajero bestätigen das: Voll beladen und mit Anhänger wird der Unterschied größer sein, als die Tabelle vermuten lässt.
  • Bewährter Motor. Den 1GD-FTV baut Toyota seit 2015 in Land Cruiser und Hilux: Seine Kinderkrankheiten (der zickige Partikelfilter der ersten Jahre) sind längst bekannt, Werkstätten kennen ihn in- und auswendig. Der 4N16 lief bisher vor allem im Pick-up Triton — wie er sich mit der neuen Automatik in einem 2,4-Tonner schlägt, zeigen erst die ersten Jahre.
  • Reichweite. Mit dem 110-Liter-Tank des australischen Land Cruiser sind nach Norm fast 1.450 km drin — mit 80 Litern kommt der Pajero da nicht hin.
  • Verschränkung. Der abkoppelbare vordere Stabilisator SDM in den Topversionen des Land Cruiser gibt der Vorderachse im Gelände mehr Federweg.
  • Verfügbarkeit und Wiederverkauf. Den Land Cruiser bekommst du beim Toyota-Händler um die Ecke, mit Garantie, Service und einem Restwert, der seit Jahrzehnten Maßstab ist. Den Pajero gibt es hier gar nicht.

Über die Zuverlässigkeit beider lässt sich noch nichts sagen — der Land Cruiser 250 ist seit drei Jahren auf dem Markt, der Pajero noch bei keinem Kunden angekommen. Die dokumentierten Schwachstellen der Vorgänger — Injektoren und AGR bei den Dieseln, die Steuerkette des 4M41 im alten Pajero, gerissene Kolben früher 1KD im Prado — findest du auf den Seiten zum Mitsubishi Pajero und zum Land Cruiser Prado in unserer Wissensdatenbank.

Und der „große“ Land Cruiser 300?#

Mit dem Land Cruiser 300 tritt der neue Pajero nicht an — das ist eine andere Klasse. Der 300er hat V6-Motoren: einen 3.3-Diesel mit zwei Turbos (rund 300 PS und 700 Nm) oder einen 3.5-Benziner mit 415 PS, dazu eine Zehngang-Automatik. In Europa bietet Toyota ihn allerdings gar nicht an; hierzulande ist der 250er der einzige neue Land Cruiser. Gegner des 300ers ist auf anderen Märkten der Nissan Patrol, nicht der Pajero: Ein Auto dieser Größe mit V6 hat Mitsubishi seit dem Pajero IV mit 3,8-Liter-Motor nicht mehr.

Vergleicht man trotzdem, hat der Pajero ein Argument: die Unterhaltskosten. Ein Vierzylinder-Diesel, weniger Gewicht und der 2H-Modus im Alltag sind spürbar günstiger — Sprit, Steuer, Reifen und Versicherung sind bei 204 PS und bei über 300 PS zwei verschiedene Budgets. Wie sich so eine Rechnung zusammensetzt, zeigt unser Beitrag zu den Autokosten pro Kilometer.

Die übrigen Gegner: Everest, Pajero Sport und die Europäer#

  • Ford Everest — in Asien und Australien der unbequemste Gegner: V6-Diesel 3.0 mit 600 Nm, Zehngang-Automatik, 800 mm Wattiefe und ein Einstiegspreis unter dem des Pajero (ab 58.990 australischen Dollar). In Europa verkauft Ford ihn allerdings ebenso wenig — er bleibt der globale Maßstab, keine Kaufoption.
  • Pajero Sport — der kleine Bruder, der nicht verschwindet. Er steht auf der Plattform des Triton der vorigen Generation, mit 2.4-Diesel und 181 PS, und ist günstiger als der neue Pajero, der ihn nicht ersetzt, sondern sich darüber setzt. Nach Europa kommt auch er offiziell nicht.
  • Land Rover Defender, Ineos Grenadier, Jeep Wrangler, Mercedes G-Klasse — das ist, was man in Deutschland neu kaufen kann, wenn man ernsthaft ins Gelände will. Grenadier, Wrangler und G-Klasse stehen wie der Pajero auf einem Leiterrahmen; der Defender ist selbsttragend, im Gelände aber ebenso ernst gemeint. Mit dem Preis- und Positionierungskonzept des Pajero — robuster Rahmen, sieben Sitze, Vierzylinder-Diesel, unter dem Land Cruiser — ist allerdings keiner von ihnen deckungsgleich.

Kommt der neue Pajero nach Deutschland?#

Kurz: nach heutigem Stand nein. Die Märkte, die Mitsubishi genannt hat, sind Thailand, Japan und Australien, danach ab dem Geschäftsjahr 2027 rund 100 Länder in Südostasien, Lateinamerika und im Nahen Osten. Europa gehört nicht dazu. Was das bedeutet:

  • Kein Platz im europäischen Programm. Mitsubishi verkauft in Europa heute überwiegend Renault-Ableger wie ASX und Colt sowie den Outlander Plug-in-Hybrid. Ein 2,5-Tonnen-Diesel mit Leiterrahmen würde die CO₂-Flottenbilanz in der EU schwer belasten — das ist der naheliegende Grund für die Lücke, eine offizielle Begründung von Mitsubishi gibt es dafür nicht.
  • Privatimport ist teuer und riskant. Autos aus Japan, Thailand und Australien sind Rechtslenker ohne EU-Typgenehmigung. Für die Zulassung braucht es eine Einzelgenehmigung beim TÜV oder einer anderen Prüforganisation — aufwendig, teuer und ohne Herstellergarantie oder Händlernetz für Teile und Rückrufe.
  • Linkslenker erst ab 2027. Mit den Lieferungen in den Nahen Osten und nach Lateinamerika kommen ab dem Geschäftsjahr 2027 auch Linkslenker — homologiert nach den Vorschriften dieser Märkte, nicht nach EU-Spezifikation. Das Problem der Einzelgenehmigung bleibt.

Unterm Strich ist der Pajero für Europa ein Auto zum Beobachten, nicht zum Kaufen. Wer in Deutschland einen neuen japanischen Leiterrahmen-SUV mit sieben Sitzen will, landet weiter beim Land Cruiser oder weicht auf die europäischen Alternativen aus.

Worauf man beim neuen Pajero achten sollte#

Ob du ihn im Ausland kaufst, für eine Australien-Reise mietest oder einfach die ersten Erfahrungsberichte verfolgst — diese Punkte entscheiden über die ersten Jahre:

  • Rückrufe. Die ersten Jahre jedes neuen Modells sind Rückrufjahre: Beim Land Cruiser 250 gab es zum Beispiel Aktionen für ein Kombiinstrument, das beim Start Warnleuchten verschlucken konnte, und für eine einfrierende Rundumkamera. Ohne Vertragshändler ist es deutlich schwieriger, einen Rückruf zu prüfen und durchführen zu lassen.
  • Partikelfilter und AdBlue. Ein moderner Diesel mit SCR-Katalysator mag keine reinen Kurzstrecken: Beim Pajero Sport mit dem Motor der Vorgängerbaureihe 4N15 sind ein zugesetzter Partikelfilter und Diesel im Motoröl eine der häufigsten Klagen. Fährt das Auto nur Stadt, frag dich ehrlich, ob es ein Diesel sein muss. Und den AdBlue-Stand musst du im Blick behalten.
  • Ausstattung statt Name. Hinterachssperre, Displaygröße und sogar die Sitzzahl unterscheiden sich je nach Markt — prüfe die Optionen anhand der Papiere des konkreten Autos.
  • Den eigenen Realverbrauch ab der ersten Tankfüllung. Solange es keine Erfahrungswerte von Besitzern gibt, ist deine eigene Zahl der beste Gesundheitscheck: Ein plötzlich steigender Verbrauch ist beim Diesel oft das erste Symptom für Probleme mit Partikelfilter oder Injektoren. Wie man ehrlich rechnet, steht in unserem Beitrag zum Spritverbrauch berechnen.

Häufige Fragen#

Wann kommt der neue Mitsubishi Pajero auf den Markt?

Erster Markt ist Thailand, dort startet der Verkauf im Herbst 2026. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 (März 2027) folgen Japan und Australien, ab dem Geschäftsjahr 2027 rund 100 Länder in Südostasien, Lateinamerika und im Nahen Osten. Europa steht nicht auf der Liste.

Welchen Motor hat der neue Pajero?

Genau einen: einen 2.4-Turbodiesel der Baureihe 4N16 mit einem Lader mit variabler Turbinengeometrie — 204 PS und 480 Nm (in einzelnen Spezifikationen 470 Nm), dazu eine neue 8-Gang-Automatik und AdBlue. Benziner oder Hybrid hat Mitsubishi nicht angekündigt.

Ist der neue Pajero dasselbe wie der Pajero Sport?

Nein. Der Pajero Sport bleibt ein eigenes, günstigeres Modell. Der neue Pajero ist das Flaggschiff darüber: frischer Leiterrahmen vom aktuellen Triton, sieben Sitze, S-AWC und ein deutlich hochwertigerer Innenraum.

Was ist besser — der neue Pajero oder der Toyota Land Cruiser 250?

Der Pajero ist bei vergleichbarer Ausstattung günstiger, hat mehr Bodenfreiheit (230 gegen 210–225 mm), ist schmaler und hat eine verschiebbare zweite Reihe, sodass auch die dritte Reihe für Erwachsene taugt. Der Land Cruiser zieht kräftiger (500 Nm), hat permanenten Allrad, den bewährten 2.8-Diesel und einen unschlagbaren Wiederverkaufswert — und er ist in Deutschland tatsächlich zu kaufen.

Wird der neue Pajero in Deutschland verkauft?

Nach heutigem Stand nein. Europa gehört nicht zu den Märkten, die Mitsubishi für den neuen Pajero genannt hat — weder Deutschland noch ein anderes EU-Land.

Kann man den neuen Pajero privat importieren?

Theoretisch ja, praktisch kaum sinnvoll. Autos aus Japan, Thailand und Australien sind Rechtslenker ohne EU-Typgenehmigung und brauchen eine teure Einzelgenehmigung, eine Herstellergarantie gibt es hier nicht. Linkslenker aus dem Nahen Osten kommen erst ab 2027 und sind ebenfalls nicht nach EU-Spezifikation homologiert.

Wie viel verbraucht der neue Pajero wirklich?

Der vorläufige japanische Wert nach WLTC beträgt 12,1 km/l, also etwa 8,3 l/100 km. Der japanische Zyklus lässt die Autobahnphase des europäischen WLTP weg, die Zahl ist also nicht mit EU-Angaben vergleichbar. Messungen von Besitzern gibt es noch nicht; bei Leiterrahmen-Dieseln liegt die Praxis meist 15–30 % über dem Laborwert, realistisch sind 9,5–11 l/100 km.

Was kostet der neue Pajero?

In Japan 6,19 bis 7,95 Millionen Yen, in Australien 68.490 bis 84.990 australische Dollar. In beiden Märkten liegt er bei vergleichbarer Ausstattung etwa 5–8 % unter dem Land Cruiser 250. Einen Euro-Preis gibt es nicht, weil der Pajero in Europa nicht angeboten wird.

Fazit: wem der Pajero, wem der Land Cruiser#

Der neue Pajero ist kein Nostalgieprojekt, sondern eine sehr genau gezielte Antwort auf den Land Cruiser 250: vergleichbare Maße, mehr Bodenfreiheit, eine brauchbare dritte Reihe, das hauseigene Super Select mit 2H-Modus und ein Preis einige Prozent darunter. Wer einen siebensitzigen Leiterrahmen-Geländewagen für Familie und Fernreisen sucht, findet im Pajero auf dem Papier die rationalere Wahl. Wem Zugkraft mit Anhänger, ein über Jahre bewährter Motor und der Wiederverkaufswert wichtiger sind, für den bleibt der Land Cruiser die sicherere Bank — und in Deutschland ohnehin die einzige, weil es den Pajero hier nicht gibt. Das endgültige Urteil fällen ohnehin nicht Tabellen, sondern die ersten zwei Jahre im Alltag.

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