Autokosten pro Kilometer: Wertverlust, Versicherung, Sprit und die Posten, die niemand mitzählt

Ein Kompaktwagen kostet in Deutschland laut ADAC ungefähr 40 bis 58 Cent pro Kilometer (ADAC-Autokostenübersicht 2026, fünf Jahre, 15.000 km im Jahr) — ein VW Golf mit Dieselmotor landet im ADAC-Autokosten-Check 2026 bei 53,8 ct/km, mit Benziner bei 50,5 ct/km, der elektrische ID.3 bei 41,6 ct/km. Die größte Zeile ist nicht der Sprit, sondern der Wertverlust — je nach Modell bis zu über der Hälfte der gesamten Rechnung. Unser eigenes Rechenbeispiel für einen Wagen der Golf-Klasse kommt auf rund 48 ct/km. Unten: woher jeder Cent kommt, wie du die Zahl für dein eigenes Auto berechnest, und ein Rechner, der das für dich übernimmt.

Reihe gebrauchter Autos mit Preisschildern in den Windschutzscheiben auf einem kleinen Gebrauchtwagenplatz
Hier wird die größte Zeile der Rechnung bezahlt — in der Lücke zwischen dem Preis, den du gezahlt hast, und dem Preis, den man dir anbieten wird. Photo: anonymous contributor 293.xx.xxx.xx, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (license plates blurred and resized)

Frag einen Autofahrer, was sein Auto kostet, und er erzählt dir vom Sprit — der einzigen Zeile, die jede Woche als Kassenbon in der Hand liegt. Frag einen Steuerberater, und er erzählt dir von der Zeile, die nie als Beleg ankommt: die paar hundert Euro im Monat, die das Auto stumm an Wert verliert, während es vor der Tür steht. Dieser Artikel legt beide zusammen mit den vier übrigen Zeilen, gestützt auf die ADAC-Autokostenübersicht als nationalen Maßstab, GDV-Zahlen zur Versicherung und eine eigene, transparente Rechnung für einen typischen Kompaktwagen — denn der bundesweite Durchschnitt ist ein guter Maßstab und ein nutzloses Budget für dein eigenes Auto. Am Ende weißt du, was dich ein Kilometer wirklich kostet, welche Zeilen du tatsächlich bewegen kannst, und warum das Auto, das am meisten pro Kilometer kostet, meistens das ist, das am wenigsten fährt.

Der Maßstab: 40 bis 58 Cent pro Kilometer laut ADAC#

Der ADAC rechnet die Autokosten jedes Jahr neu durch — Methodik: fünf Jahre, 15.000 km im Jahr, insgesamt 75.000 km, mehr als 1.200 Modelle in der gedruckten Übersicht und über 8.000 im Online-Rechner. Die Gesamtkosten teilt der Club in vier Blöcke: Wertverlust (die größte einzelne Zeile), Fixkosten (Versicherung plus Kfz-Steuer), Werkstatt- und Reifenkosten sowie Betriebskosten (Sprit oder Strom). Als grobe Orientierung nennt der Autokosten-Report Spannen von etwa 25–38 Cent pro Kilometer für Kleinwagen, 40–58 Cent für Kompakt- und Mittelklasse, 60–90 Cent für SUVs und Vans und 35–55 Cent für Elektroautos — Modell für Modell weicht das stark ab.

Wie stark, zeigt der ADAC-Autokosten-Check 2026 an konkreten Beispielen: Der Dacia Sandero mit Autogas-Antrieb führt die Kleinwagenklasse mit 37,3 ct/km an (die Benzinversion liegt bei 40,6 ct/km), rund 15 % günstiger als der zweitplatzierte VW Polo 1.0. Der elektrische VW ID.3 kommt auf 41,6 ct/km — deutlich unter dem VW Golf 2.0 TDI mit Dieselmotor (53,8 ct/km) und dem Golf 1.5 eTSI mit Benziner (50,5 ct/km). Ausgerechnet der Golf ist zugleich das meistverkaufte Auto in Deutschland — und das Auto, an dem wir unten unser eigenes Rechenbeispiel aufziehen. Wie stark der Wertverlust an jeder dieser Zahlen hängt, schwankt enorm: Bei einem sparsamen Dacia Sandero SCe 65 macht er schätzungsweise rund 30 % der Gesamtkosten aus, bei einem Alfa Romeo Giulia Diesel eher 57 %.

Unser Rechenbeispiel: Kompaktwagen der Golf-Klasse, 15.000 km im Jahr: 7.264 € im Jahr
Der ADAC gliedert die Autokosten methodisch in genau diese vier Blöcke, veröffentlicht aber keine Euro-Aufschlüsselung pro Modell — deshalb zeigt der Balken unser eigenes Rechenbeispiel weiter unten, einsortiert in ADACs vier Kategorien. Auch hier ist der Wertverlust die größte einzelne Zeile.

Zwei Dinge fallen auf. Die mit Abstand größte Zeile taucht auf keinem Kontoauszug auf — bis zu dem Tag, an dem du das Auto verkaufst. Und die beiden Zeilen, über die am meisten gestritten wird, Sprit und Werkstatt, liegen zusammen oft nicht höher als der Wertverlust allein. Deshalb bringen die Ratschläge, die wirklich Geld sparen, selten etwas mit sparsamem Fahren zu tun.

Die sechs Zeilen der Rechnung#

1. Wertverlust — die größte Zeile, die niemand sieht

In den USA verliert ein Neuwagen laut iSeeCars' Studie für 2026 im Schnitt 41,8 % seines Werts in fünf Jahren — eine US-Kennzahl, die sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen lässt, aber die Größenordnung zeigt, um die es geht. Wie stark ein Auto hierzulande verliert, hängt stark vom Modell ab: Die deutsche Restwert-Kultur um DAT und Schwacke bewertet jedes Fahrzeug einzeln, und die Spanne, die der ADAC-Autokosten-Check zeigt, reicht von etwa 30 % der Gesamtkosten bei einem sparsamen Dacia bis über die Hälfte bei einem schweren Diesel. Für unser Rechenbeispiel unten — ein Kompaktwagen der Golf-Klasse für 32.000 €, der nach fünf Jahren für 18.500 € (58 % Restwert) weiterverkauft wird — sind das 2.700 € im Jahr, 225 € im Monat, die das Auto verliert, egal ob es fährt oder in der Einfahrt steht. Diese Zeile siehst du in keinem Monatsbudget — aber sie ist der Grund, warum ein 10.000 € teureres Auto mit demselben Verbrauch am Ende oft 150 bis 200 € mehr im Monat kostet, allein durch den höheren Wertverlust.

2. Sprit — die Zeile, die jeder mitzählt

Sprit ist die sichtbarste Zeile und die am leichtesten ehrlich zu berechnende: Kilometer geteilt durch den realen Verbrauch, mal Literpreis. Super E10 erreichte im August 2026 mit 2,145 € im Monatsmittel einen historischen Höchststand (ADAC) und kletterte im September weiter — auf 2,259 €/l in der Woche um den 9. September, einen neuen Wochenrekord, und auf 2,273–2,286 €/l Mitte des Monats. Bei 15.000 km und ehrlichen 6,5 l/100 km — etwas über dem ADAC-Ecotest-Wert des Golf 1.5 eTSI von 6,1 l/100 km, wie im Alltag üblich — kostet das bei 2,26 € pro Liter rund 2.200 € im Jahr. Der Fehler, den viele machen, ist der Blick auf den WLTP-Wert aus dem Prospekt: Real liegt der Verbrauch meist 15 bis 30 % darüber, und wir haben gezeigt, wie du ihn mit zwei vollen Tanks selbst misst. Sprit reagiert außerdem am schnellsten von allen Zeilen auf dein Verhalten: Tempo, Kurzstrecken und Reifendruck bewegen ihn um 10 bis 20 %, ohne dass am Auto irgendetwas verändert wird.

Preistafel einer Tankstelle mit Normalbenzin- und Dieselpreisen in Dollar pro Gallone (US-Tankstelle)
Die einzige Zeile der Rechnung mit eigenem Werbeschild. Bei 15.000 km und 6,5 l/100 km bedeutet jeder Cent auf der Tafel knapp 10 € im Jahr. Photo: Tony Webster, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (resized)

3. Versicherung — die am schnellsten steigende Zeile

Die reine Kfz-Haftpflicht kostet in Deutschland schätzungsweise rund 540 € im Jahr, eine Vollkaskoversicherung kommt je nach Auto und Schadenfreiheitsklasse auf etwa 800 bis 1.200 € obendrauf. Belastbarer sind die Zahlen zum Trend: Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldet für 2025 ein Prämienwachstum von 13,4 % und einen durchschnittlichen Haftpflicht-Schadenaufwand von rund 4.250 € (+7 % gegenüber dem Vorjahr) — die Versicherung ist damit die Zeile, die zuletzt am stärksten gestiegen ist. In unserem Rechenbeispiel steht dafür ein Mix aus Haftpflicht und Teilkasko/Vollkasko mit 900 € im Jahr. Bei einem älteren, abbezahlten Auto lohnt sich die Frage nach jeder Verlängerung, ob eine volle Kaskoversicherung noch zum Zeitwert des Autos passt.

4. Werkstatt, Reparaturen und Reifen — die Zeile, die mit dem Alter wächst

Der ADAC bündelt Werkstatt- und Reifenkosten in einem eigenen Block, und wie schnell er wächst, zeigt die US-Kennzahl von CarEdge, die sich als grobe Richtung auch hier eignet: Ein vier bis sieben Jahre altes Auto kostet in der Werkstatt etwa das 1,5-fache eines Neuwagens, mit acht bis elf Jahren etwa das 2,2-fache, jenseits von zwölf Jahren fast das 2,8-fache — und die Marke entscheidet dabei mindestens so viel wie das Alter. Reifen sind der Posten, den viele vergessen: Ein mittelklassiger Satz in der gängigen Größe 205/55 R16 kostet laut Reifen.de 260 bis 350 € für vier Sommerreifen und hält im ADAC-Reifentest im Schnitt rund 40.000 km — dazu kommt in Deutschland faktisch ein zweiter Satz Winterreifen. In unserem Rechenbeispiel stehen für Werkstatt und Reifen zusammen 900 € im Jahr. Der Wartungsplan nach Kilometerstand ist das Raster, an dem sich diese Zeile orientieren sollte — und unser Leitfaden, wie du Abzocke in der Werkstatt erkennst, hält sie dort.

Ein Auto auf einer Hebebühne in einer Werkstatt mit abmontiertem Vorderrad und Werkzeug auf dem Boden
Etwa 900 € im Jahr bei einem neuen Kompaktwagen — nach Jahr zwölf fast das Dreifache. Die Marke entscheidet mehr als das Alter. Photo: Shixart1985, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (resized)

5. Kfz-Steuer und Hauptuntersuchung

Die kleinste und regionalste Zeile. Die Kfz-Steuer für Benziner setzt sich aus 2 € je 100 cm³ Hubraum plus einem progressiven CO2-Aufschlag von 2 bis 4 € je Gramm oberhalb der 95-g/km-Schwelle zusammen (offizielle ADAC-Formel) — für einen VW Golf 1.5 TSI (1.498 cm³, rund 119 g CO2/km) macht das je nach Ausstattung ungefähr 79 bis 92 € im Jahr, für einen VW Tiguan 2.0 TSI schon rund 293 €. Dazu kommt die Hauptuntersuchung bei TÜV, DEKRA & Co. alle zwei Jahre für etwa 130 bis 150 €, auf ein Jahr umgelegt also 65 bis 75 €. In unserem Rechenbeispiel stehen für Steuer und HU zusammen 160 € im Jahr. Wer zwei Autos vergleicht, merkt hier vor allem eines: Ein größerer Hubraum oder ein höherer CO2-Wert schlägt sich direkt in dieser Zeile nieder, auch wenn sie insgesamt klein bleibt.

6. Kreditzinsen, Parken und Maut — die Zeilen, die niemand mitzählt

Wer das Auto finanziert, zahlt eine Zinszeile, die es rein rechnerisch gar nicht geben müsste — sie verschwindet vollständig mit einer höheren Anzahlung oder einem günstigeren Auto. Deutsche Autobahnen sind für Pkw mautfrei, aber wer über die Grenze fährt, zahlt: die Vignette in Österreich oder der Schweiz, die Maut in Frankreich oder Italien. Dazu die Zeilen, die in keinem Kopf mitgezählt werden: der Anwohnerparkausweis, die Parkgebühr in der Innenstadt, die Waschanlage. Einzeln klein, zusammen oft mehrere hundert Euro im Jahr — mehr als ein Satz Reifen. Sichtbar werden sie nur auf eine Art: wenn du sie aufschreibst. In unserem Rechenbeispiel stehen dafür 400 € im Jahr, ganz ohne Kreditzinsen, weil das Beispielauto bar bezahlt ist.

Eine leere Mautstation an einer Autobahn unter bewölktem Himmel
Deutsche Autobahnen sind für Pkw mautfrei — diese Mautstelle liegt in Frankreich, wo du sie auf dem Weg in den Urlaub triffst. Parken, Waschen, Kreditzinsen: die Zeilen, die niemand im Kopf mitzählt, kosten trotzdem. Photo: Niels Hoogvliet, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (resized)

Vergleich: was ein Kilometer je nach Auto und Szenario kostet#

Auto / Szenario Pro Jahr Pro Kilometer Was die Zahl bestimmt
VW Golf 2.0 TDI, Diesel (ADAC-Check 2026) ≈ 8.070 € 53,8 ct Dieselaufpreis plus Wertverlust der Kompaktklasse
VW Golf 1.5 eTSI, Benziner (ADAC-Check 2026) ≈ 7.575 € 50,5 ct Referenzwert für die Golf-Klasse
Golf-Klasse, neu, 5 Jahre (unser Beispiel) ≈ 7.264 € ≈ 48,4 ct 32.000 € Kaufpreis, 58 % Restwert, 6,5 l/100 km real
Dasselbe Auto, 5.000 km im Jahr ≈ 5.795 € ≈ 115,9 ct Fixkosten verteilen sich auf ein Drittel der Kilometer
6 Jahre alter Gebrauchter, 8 Jahre gehalten ≈ 5.984 € ≈ 39,9 ct Die steilste Wertverlustkurve ist schon bezahlt

ADAC Autokosten-Check 2026 für die beiden Golf-Zeilen (Cent-pro-Kilometer veröffentlicht, Jahreswerte hier mit 15.000 km im Jahr zurückgerechnet, also selbst berechnet). Die unteren drei Zeilen sind unsere eigene Rechnung mit dem Kalkulator weiter unten, bei 2,26 €/l und 15.000 km im Jahr — Näherungswerte.

Wie du den Kilometerpreis deines eigenen Autos berechnest#

Die nationale Zahl ist ein Maßstab. Deine eigene Zahl setzt sich aus sechs Zahlen zusammen, die du meistens schon hast oder an einem Abend zusammenträgst:

  1. Wertverlust: was du gezahlt hast, minus dem, was das Auto beim Verkauf noch wert sein wird, geteilt durch die Jahre, die du es behältst. Für den künftigen Wert reicht ein Blick auf Anzeigen für dein Modell, drei bis fünf Jahre älter — das bist du in der Zukunft.
  2. Sprit: deine Jahreskilometer (Tacho oder die Differenz zwischen zwei HU-Terminen), geteilt durch den realen Verbrauch, mal dem Literpreis, den du wirklich zahlst. Das Tankjournal liefert alle drei Zahlen.
  3. Versicherung: die Jahresprämie vom Vertrag, nicht die gefühlte Monatsrate.
  4. Werkstatt und Reifen: die Rechnungen des letzten Jahres oder die Posten des Wartungsplans fürs kommende Jahr plus ein Fünftel eines Reifensatzes. Rechne 20 % für Ungeplantes dazu.
  5. Steuer und Pflichten: die Kfz-Steuer, die anteilige HU, alle Gebühren, die mit dem Auto zusammenhängen.
  6. Alles andere: Parken, Maut im Ausland, Waschanlage und die Zinsen fürs Jahr. Ein Blick auf den Kontoauszug eines Monats, mal zwölf.

Addiere alles und teile durch die Kilometer. Der Rechner unten übernimmt die Arithmetik und zeigt, welche Zeile dominiert; er ist mit einem realistischen Kompaktwagen der Golf-Klasse vorausgefüllt, damit du siehst, wie ein „normaler“ Kilometerpreis aussieht, bevor du deine eigenen Zahlen einträgst.

Was dein Auto pro Kilometer kostet

Kosten pro Kilometer
0,48 €
Pro Monat
605 €
Pro Jahr
7.264 €

Vorausgefüllt mit einem Kompaktwagen der Golf-Klasse für 32.000 €, fünf Jahre gehalten bei 15.000 km im Jahr, Wiederverkauf für 18.500 € (58 % Restwert), 6,5 l/100 km real, Super E10 bei 2,26 €, Versicherung als Mix aus Haftpflicht und Teilkasko/Vollkasko. Ersetze jede Zahl durch deine eigene; nichts wird gespeichert oder verschickt.

Fix und variabel: warum das Auto, das steht, am teuersten ist#

Teile die Rechnung danach, was sich ändert, wenn du einen Kilometer mehr fährst. Sprit, Reifen und ein Teil der Werkstattkosten sind variabel — bei unserem Beispielauto zusammen etwa 21 ct pro Kilometer. Wertverlust nach Alter, Versicherung, Steuer, Parken und Zinsen sind fix — rund 4.160 € im Jahr, egal ob das Auto fährt oder steht. Teile diesen fixen Block durch die Kilometer, und die Rechnung wird hart: Bei 15.000 km trägt er etwa 28 ct zu jedem Kilometer bei, bei 5.000 km sind es rund 83 ct. Das zweite Auto im Haushalt, das meistens in der Einfahrt steht, ist pro Kilometer fast immer das teuerste Fahrzeug, das eine Familie besitzt, und ein Carsharing-Abo oder ein Wochenend-Mietwagen ist oft günstiger, als es weiter zu versichern und abzuschreiben. Jenseits von etwa 20.000 km im Jahr flacht die Kurve wieder ab, weil der Kilometerstand selbst wieder auf Wertverlust und Werkstatt zurückwirkt.

Neu oder gebraucht: wo die Kurve ihren Tiefpunkt hat#

Weil der Wertverlust am Anfang am steilsten ist und die Werkstattkosten erst mit den Jahren wachsen, kreuzen sich die beiden Kurven. Die ersten drei Jahre tragen den steilsten Wertverlust und die niedrigsten Reparaturkosten; jenseits von zwölf Jahren gibt es fast keinen Wertverlust mehr, dafür fast das 2,8-fache an Werkstattkosten. Dazwischen, ungefähr zwischen dem dritten und achten Jahr, ist ein normales Auto pro Kilometer am günstigsten: Der Erstbesitzer hat den steilen Teil der Kurve schon bezahlt, die Versicherung ist auf ein günstigeres Auto niedriger, und die Werkstatt kostet erst etwa das 1,5-fache eines Neuwagens. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, sind Modelle, bei denen Teile und Arbeitszeit nie richtig teuer werden — für sie lohnt es sich am meisten, einfach weiterzufahren. Unsere Liste der zuverlässigsten Autos in den USA ist, so gelesen, eine Liste von Autos, deren Werkstattzeile flach bleibt — das Prinzip dahinter gilt unabhängig vom Markt.

Elektro, Hybrid oder Benziner: was kostet pro Kilometer weniger?#

Drei ehrliche Quellen, und sie widersprechen sich, weil sie Unterschiedliches messen. ADAC, Deutschland, fünf Jahre: Bei günstigem Haustarif (18 ct/kWh) ist das Elektroauto pro Kilometer günstiger als der vergleichbare Verbrenner — ein Opel Astra Electric kommt auf 57,7 ct/km gegenüber 61,9 ct/km für den Astra 1.2 Turbo Hybrid. Bei teurem Schnellladen unterwegs (60 ct/kWh) kippt das Bild, der Astra Electric liegt dann bei bis zu 64,0 ct/km — die Antwort hängt an der Steckdose. Bei der Werkstatt gewinnt das Elektroauto durchgehend: 200 bis 400 € im Jahr gegenüber 500 bis 800 € beim Verbrenner. AAA, USA, komplette Haltung: Dort kostet ein elektrischer Mittelklasse-Sedan 13.662 $ im Jahr gegenüber 10.582 $ beim Benziner — 3.080 $ mehr —, weil der Wertverlust etwa doppelt so hoch ausfällt, obwohl das Laden zu Hause 66 bis 70 % günstiger ist als Benzin pro Meile. ICCT/BEUC, EU-weit, Betrieb: Elektroautos sind rund ein Drittel günstiger im Betrieb als Benziner, selbst wenn ausschließlich öffentlich geladen wird, und laut BEUC wird die Gesamtkostenrechnung für Erstbesitzer ab 2026 wettbewerbsfähig — für Gebrauchtwagenkäufer ist das Elektroauto schon jetzt oft die günstigste Option. Das Muster hinter dem Widerspruch: Ein Elektroauto gewinnt bei jeder variablen Zeile und verliert bei der größten fixen — dem Wertverlust —, weshalb es umso besser abschneidet, je länger du es hältst und je mehr du fährst. Unser eigener VW-ID.3-Wert von oben, 41,6 ct/km, liegt entsprechend zwischen dem Diesel- und dem Benziner-Golf — ein gebrauchter, dreijähriger Stromer, der den größten Wertverlust schon hinter sich hat, ist noch einmal ein anderes Angebot als ein neuer.

Sieben Wege, den Kilometerpreis wirklich zu senken#

  • Behalte das Auto länger. Jedes Jahr über die fünf hinaus verteilt denselben Kaufpreis auf mehr Kilometer; das günstigste Auto pro Kilometer ist meistens das, das du schon hast — bis die Werkstattkurve etwas anderes sagt.
  • Vergleiche die Versicherung bei jeder Verlängerung. Die Prämien sind laut GDV 2025 um 13,4 % gestiegen — ein Grund mehr, jedes Jahr neu zu vergleichen, statt automatisch zu verlängern.
  • Fahr auf deinem realen Verbrauch. Miss ihn, dann beweg ihn: Tempo, Kurzstrecken und Reifendruck machen 10 bis 20 % der Spritzeile aus.
  • Zahl für den Plan, nicht für die Zusatzverkäufe. Das Herstellerintervall, eine zweite Meinung bei jedem größeren Kostenvoranschlag, keine „Motorspülung“.
  • Kauf das kleinere Auto. Der Preis zieht Wertverlust, Versicherung und Reifen gleichzeitig nach oben — der siebensitzige SUV für die zwei Fahrten im Jahr kostet mehr, als ihn für beide zu mieten.
  • Verkürze den Kredit oder verzichte darauf. Die Zinszeile kauft nichts — je größer die Anzahlung oder je günstiger das Auto, desto kleiner wird sie.
  • Schreib ein Jahr lang alles mit. Die Zeilen, die niemand mitzählt, schrumpfen erst, wenn sie sichtbar werden; die meisten finden beim ersten Zusammenrechnen ein paar hundert Euro im Block „Sonstiges“.

Für eine längere Reise ist derselbe Kilometerpreis das ehrliche Budget — nicht nur der Sprit, sondern auch der Wertverlust und die Reifen, die die Kilometer verbrauchen. Unser Rechner für die Reisekosten übernimmt den Sprit-Teil mit deinem realen Verbrauch, für ein einzelnes Modell zeigt der Toyota RAV4 im Realverbrauch- und Problem-Check, wie die Zeilen an einem sehr verbreiteten Auto aussehen, und die Fahrzeug-Datenbank (auf Englisch) hinter der App listet die bekannten Schwachstellen Modell für Modell.

Häufige Fragen#

Wie viel kostet ein Auto pro Kilometer?

Nach der ADAC-Autokostenübersicht liegt ein Kompakt- oder Mittelklassewagen bei etwa 40 bis 58 Cent pro Kilometer, ein Kleinwagen bei 25 bis 38 Cent, ein SUV bei 60 bis 90 Cent (fünf Jahre, 15.000 km im Jahr). Konkrete Modelle aus dem ADAC-Autokosten-Check 2026: Der VW Golf mit Dieselmotor kommt auf 53,8 ct/km, mit Benziner auf 50,5 ct/km, der elektrische VW ID.3 auf 41,6 ct/km. Unser eigenes Rechenbeispiel für einen neuen Golf-Klasse-Wagen kommt auf rund 48 ct/km, ein sechs Jahre alter Gebrauchter, acht Jahre gehalten, auf rund 40 ct/km.

Was ist der größte Kostenfaktor beim Autobesitz?

Der Wertverlust. Der ADAC zählt ihn als größten der vier Kostenblöcke, und je nach Modell macht er zwischen rund 30 % und über 55 % der Gesamtkosten aus — bei einem sparsamen Kleinwagen weniger, bei einem schweren Diesel mehr. In unserem Rechenbeispiel sind das 2.700 € im Jahr, 225 € im Monat, unabhängig davon, ob das Auto fährt. Diese Zeile taucht in keinem Kontoauszug auf — sichtbar wird sie erst am Tag des Verkaufs.

Wie viel kostet eine Kfz-Versicherung im Jahr?

Die reine Haftpflicht kostet schätzungsweise rund 540 € im Jahr, eine Vollkaskoversicherung kommt je nach Fahrzeug und Schadenfreiheitsklasse auf etwa 800 bis 1.200 € obendrauf. Verlässlich belegt ist der Trend: Der GDV meldet für 2025 ein Prämienwachstum von 13,4 % und einen durchschnittlichen Haftpflicht-Schaden von rund 4.250 € — Versicherung ist damit die Zeile, die zuletzt am schnellsten gestiegen ist.

Ist ein Elektroauto günstiger als ein Benziner?

Kommt auf den Maßstab an. Nach ADAC-Daten gewinnt das Elektroauto bei günstigem Haustarif und verliert bei teurem Schnellladen unterwegs — ein Opel Astra Electric liegt zwischen 57,7 und 64,0 ct/km, je nach Ladeort. Nach US-Zahlen von AAA verliert das Elektroauto insgesamt, weil der Wertverlust höher ausfällt; nach EU-weiten Zahlen von ICCT und BEUC ist es im reinen Betrieb rund ein Drittel günstiger, auch beim öffentlichen Laden. Bei der Werkstatt gewinnt das Elektroauto in praktisch jeder Studie.

Ist ein gebrauchtes Auto pro Kilometer günstiger als ein neues?

Meistens ja, am günstigsten ungefähr zwischen dem dritten und achten Jahr. Der Erstbesitzer hat die steilste Wertverlustkurve schon bezahlt, die Versicherung ist auf ein günstigeres Auto niedriger, und die Werkstatt kostet erst etwa das 1,5-fache eines Neuwagens statt später fast das 2,8-fache. In unserem Vergleich kommt ein sechs Jahre alter Gebrauchter, acht Jahre gehalten, auf rund 40 ct/km gegenüber rund 48 ct/km beim Neuwagen.

Wie viel sollte ich im Monat für ein Auto einplanen?

Für unser Rechenbeispiel — einen Kompaktwagen der Golf-Klasse mit allem, inklusive Wertverlust — sind das rund 605 € im Monat. Echtes Geld verlässt dein Konto seltener, denn den Wertverlust zahlst du erst am Tag des Verkaufs; die laufenden Kosten allein liegen eher bei rund 380 € im Monat. Die genaue Zahl für dein eigenes Auto liefert der Rechner in diesem Artikel anhand der sechs Zeilen oben.

Wird ein Auto günstiger pro Kilometer, wenn ich mehr fahre?

Ja, bis zu einem gewissen Punkt. Wertverlust nach Alter, Versicherung, Steuer und Parken sind größtenteils fix, deshalb kostet ein Auto mit 5.000 km im Jahr pro Kilometer etwa doppelt bis zweieinhalbmal so viel wie dasselbe Auto mit 15.000 km. In unserem Beispiel sind das rund 116 ct/km gegenüber rund 48 ct/km. Jenseits von etwa 20.000 km im Jahr flacht die Kurve wieder ab, weil der Kilometerstand selbst auf Wertverlust und Werkstatt zurückwirkt — deshalb ist das zweite Auto, das meistens steht, oft das teuerste im Haushalt.

Wie berechne ich den Kilometerpreis meines eigenen Autos?

Addiere, was das Auto im letzten Jahr insgesamt gekostet hat: Sprit aus dem Tankjournal, Versicherung, Werkstatt und Reifen, Kfz-Steuer und HU, Parken und Maut — plus den Wertverlust dieses Jahres, ungefähr der Wert des Autos vor einem Jahr minus dem heutigen Wert. Teile das durch die Kilometer, die der Tacho dazugewonnen hat. Nach einem Jahr Journal wird die Zahl verlässlich; Brimly berechnet sie fortlaufend aus den Tankfüllungen und Ausgaben, die du einträgst.

Das Wichtigste in Kürze#

40 bis 58 Cent pro Kilometer ist der ADAC-Maßstab für einen Kompaktwagen; unser eigenes Rechenbeispiel für einen neuen Wagen der Golf-Klasse landet bei rund 48 Cent, ein gut gehaltener Gebrauchter bei rund 40. Der Unterschied liegt nicht im Sprit. Er liegt im Wertverlust, in der Versicherung und in den Zinsen — den fixen Zeilen, die ein höherer Preis, eine kürzere Haltedauer und weniger gefahrene Kilometer alle verschlechtern. Rechne dein eigenes Auto mit den sechs Zahlen oben, behalte den fixen Block im Blick, und lass die Kilometerzahl — nicht den Kaufpreis und nicht die Monatsrate — die nächste Entscheidung treffen. Brimly hält diese Zahl laufend auf deinem iPhone fest: jede Tankfüllung per Kassenbon in drei Sekunden, jede andere Ausgabe im selben Journal, und einen Kilometerpreis, der sich von selbst aktualisiert.